Arthrose
Arthrose ist eine Gelenkerkrankung, eine Degeneration (Verschleiss, Abbau) eines Gelenkes. Zuerst des Knorpels, dann des Knochens und zum Schluss der Gelenkkapsel sowie der Gelenkumliegenden Muskulatur.
Es kommt zu starken Bewegungseinschränkungen (mit oder ohne Schmerz) und daraus folgenden Schonhaltung.
Dieser Knorpelabbau kann langsam und schleichend erfolgen mit wenig Beschwerden (latente oder stumme Arthrose), oder in eine schmerzhafte Erkrankung übergehen mit Veränderungen der Gelenkteite Knorpel und Knochen (aktivierte Arthrose), oder in eine dekompensierte Arthrose übergehen wo neben der Gelenkstruktur noch Bänder, sehnen, Muskeln, Schleimbeutel (Bursa) mitbetroffen sind - eben das gesamte Gelenkapparat.
Diese Degeneration führt letztendlich zu einer Fehlstellung, Verformung eines Gelenkes, was man als Arthrose deformans bezeichnet. Das Gelenk verliert seine Form, der Gelenkspalt wird immer kleiner bis gar kein Spalt (Knochenglatze genannt).
Arthrose kann jedes Gelenk betreffen. Die häufigsten sind allerdings das Hüft - und das Kniegelenk.
Eine Hüftgelensarthrose nennt man Coxarthrose und eine Kniegelenksarthrose nennt man Gonarthrose. Tritt die Arthrose an mehreren Gelenken gleichzeitig auf, spricht man von einer Polyarthrose.
Die meisten Probleme, die zu Arthrose führen sind:
- Microtraumen, häufig bei Sportlern zu finden, die die Verletzung gar nicht richtig wahrnehmen z.B Umknicken, Überlastungen wie beim Marathonlauf. Diese Patienten haben Schmerzen, trainieren weiter, gehen selten zum Arzt, da die Beschwerden irgendwann nachlassen - bis zu nächsten Microtrauma
- Einseitigkeit und fehlende Technik beim Sport, z.B Tennis, Badminton, Squasch
- Berufsbedingt durch eine einseitige Tätigkeit, körperliche schwere Arbeit
- Alter, jeder Mensch wird im Alter von Arthrose betroffen sein - der eine mehr, der andere weniger. Je älter man wird umso grösser ist der Verschleiss der Gelenke.
Es gibt zwei Formen einer Athrose:
- primäre Form
- sekundäre Form
Ursachen:
Die Ursachen zu primären Form sind eigentlich bis heute unbekannt. Es handelt sich jedoch um Abnützunsschäden bei langdauernden Störungen der Leistungsfähigkeit. Die begünstigten Faktoren hierzu sind:
- Gewicht und Alter
- Berufliche und sportliche Fehlbelastug (Einseitigkeit, mangelnde Technik, Überbelastung, Microtraumen).
Man vermutet auch eine genetische Veranlagerung aufgrund einer Genschädigung.
Die Ursachen zu sekundären Form sind auf ein erkennbares Krankheitsbild zurückzuführen wie z.B
- angeborene Gelenkfehlstellung (Dysplasie)
- posttraumatische Fehlstellungen
- Luxationen
- Instabilitäten
- Stoffwechselerkrankungen wie Diabetis Mellitus, Gicht, Mb. Paget
- Entzündungen wie Schleimhautentzündung des Gelenkes (Synovitis), Tuberkulose
- Nekrosen wie Osteochondrosis Dissecans
Der Grad des Knorpelabbaus steht nicht immer in direktem Zusammenhang mit den Beschwerden eines Patienten. Das heisst ein Patient mit relativ geringem Knorpelverschleiss kann unter deutlich stärkeren Schmerzen/Beschwerden leiden, als ein Patient mit einer hoch fortgeschrittener Arthrose. Also zum einen das Allgemeinbefinden des Patienten, die Radiologische Untersuchung und zum anderen ein Befund vom Arzt/Therapeut müssen hier berücksichtigt und verglichen werden.
Es gibt verschiedene Schmerzcharaktere, die die Patienten beschreiben. Der eher mechanische Schmerz, der beim Anlaufen auftritt, oder während oder nach einer Belastung auftritt (z.B ein längerer Spaziergang, Bergwandern,v.a das Bergab gehen gelastet sehr die Gelenke). Der eher entzündliche Schmerz ist ein Dauerschmerz, tritt in Ruhe und Nachts auf. Diese Patienten finden keine entspannende Position mehr zu Schmerzlinderung.
Man unterscheidet drei Stadien in der Entwicklung einer Arthrose:
- Im ersten Stadium wird der Knorpel angegriffen, Patienten klagen über Belastungsschmerz und starken Muskelverspannungen (wie ein Muskelkater zu vergleichen), das Gelenk neigt zu Wasserbildung (Erguss) und zu Überwärmung
- Im zweiten Stadium finden die ersten Umbauvorgänge statt, der Gelenkspalt wird schmäler, es entwickelt sich eine s.g subchondrale Sklerose, Patienten klagen über Bewegungsschmerz und Kontrakturen (Steife) der Gelenke und Bänder. Da das Gelenk nicht mehr richtig funktioniet, immer mehr eingeschränkt ist, kann die Muskulatur nicht richtig arbeiten - Gefahr einer Muskelatrophie (Muskelerschlaffung).
- Im dritten Stadium nimmt die Gelenksteifigkeit immer mehr zu, es bildet sich eine Ankylose, Patienten klagen über Ruheschmerz und entwickeln eine Schonhaltung um dem Schmerz auszuweichen.
Therapie:
Die Therapie ist ein sehr wichtiger Faktor bei Behandlung einer Arthrose.
Grundsätzlich gibt es keine Heilung gegen eine Arthrose.
Es gilt: VIEL BEWEGEN, ABER WENIG BELASTEN
Die konservatitive Therapie ist also: Bewegung bis zu Schmerzgrenze, ohne grosse Belastung z.B Fahrradfahren - flache Touren, Schwimmen - einfach im Wasser bewegen, Spazieren - eher flach. Durch Physiotherapie, Muskelaufbautrainig Muskeldehnung und Muskelkräftigung, Eis/Fango Therapie, Elektrotherapie, Manueller Therapie (gezielte Techniken zu Verbesserung der Gelenksbeweglichkeit), Medikamente kann man den Verschleiss ein wenig hinauschieben.
Bei Adipositas (Übergewicht) ist eine Gewichtabnahme sehr ratsam, da die Gelenke automatisch entlastet werden.
Wenn die konservative Therapie keine Erfolge mehr zeigt, muss man zu der operativen Therapie greifen - also eine OP.
Meistens sind es Gelenkendoprothesen -TEP (Total Endo Prothese) oder Gelenkumstellungen - Umstellungsosteosynthese.
z.B das X-Bein oder O-Bein wird gerade gerichtet damit die Beinachse wieder stimmt.
Nachbehandlung:
Nachbehandlung erfolgt meistens als eine AHB (Anschlussheilbehandlung) in einer Rehaklinik - Dauer ca.3.Wochen.
Dort lernen die Patienten wieder richtig zu gehen (ohne Schonmechanismen), Fehler einzusehen und Ihren Körper zu akzeptieren. Die muskulären Dysbalancen werden ausgeglichen (mit Dehnübungen, Kräftigungsübungen , Wassergymnastik) Viele Beispiele dazu könnt Ihr Euch auf PTGym anschauen und gleich ausprobieren (www.ptgym.ptinfo.de) - viel Spass beim üben !!!
Durch Fango, Massagen, Elektrotherapie, Vorträgen zum Alltag wird die Gesamt-Therapie unterstützt.