Juvenile chronische Arthritis
Es handelt sich um eine entzündlich-rheumatische Erkrankung unterhalb des 16. Lebensjahres, die mindestens 3.Monate dauert.
Ursachen:
Die häufigste Ursache sind die Streptokokken, die Eitererreger, die im Mund - und Mandelbereich sitzen. Sie sind toxisch.
Bei einer Grippe oder einer Mandelentzündung wird das Immunsystem geschwächt und kann sich nicht mehr gegen diese Bakterien währen. Sie vermehren sich also stetig und setzen sich an die Gelenke ab Folge: Entzündung ohne Eiter
z.B. ein Kind hat ein hohes Fieber, Grippe. Nach ein paar Tagen ist alles wieder weg, kommt
aber plötzlich zurück (intermittierendes Fieber) und das im Zeitraum von 3. Monaten.
Es ist also ein immer wieder kehrendes entzündliches Prozess, welches sich im Körper
(Gelenke, Organe) absetzt.
Es gibt verschiedene Verlaufsformen dieser Erkrankung:
- systemische Form, auch als Morbus Still bezeichnet, ist nur bei ca. 10% der Kinder positiv
Charakteristisch für diese Form ist der Organbefall vor allem am Herzen mit Myokarditis,
an der Niere mit Nierenschwäche, wo keine normale Filtration mehr stattfindet, an der Haut
mit einem Exanthem mit roten, wunden Stellen.
Betroffen sind vorwiegend Kleinkinder. Im Frühstadium können Fieber und Allgemeinsymptome eines entzündlichen Infektes im Vordergrund stehen, es kommt zuerst zu keinem Gelenkbefall.
- polyarthritische Form, ist bei ca. 40-50% positiv und tritt meistens während der gesamten Kindheit auf.
Charakteristisch für diese Form ist der symmetrische Gelenkbefall an den oberen und unteren Extremitäten, häufig die großen Gelenke (Knie, Hüfte, Schulter). Am Anfang springt die Entzündung vom Gelenk zu Gelenk und setzt sich letztendlich an einem Gelenk fest. Die klassischen Entzündungszeichen sind Wärme, Schwellung, Kontraktur, Erguss und Schmerzen
Hier kommt es kaum zu einem Organbefall.
- oligarthritische Form, im Kleinkindesalter ist bei ca. 25-30% positiv.
Charakteristisch für diese Form ist eine Kombination zu 50% mit einer chronischen Iridozyklitis, die rechtzeitig ausgeschlossen werden sollte und mit einem Defekt der Iritis heilen kann. Es sind vorwiegend Gelenke der unteren Extremitäten betroffen.
- oligarthritische Form, im Schulalter ist bei 20-25% positiv.
Charakteristisch für diese Form ist der ähnliche Beginn wie beim Morbus Reiter mit einem Befall von Hüftgelenk und ISG (Iliosacralgelenk).
Symptome:
- Arthritis ohne Eiter
- Klassische Entzündungszeichen im Gelenk ( Schwellung, Wärme, Rötung, Schmerz )
- Exanthem
- Intermittierendes Fieber
- Karditis mit Folgen von: Herzrhythmusstörungen, Tachycardie, Herzschmerzen, Luftnot bis Herzstillstand, Klappenfehler (Globalinsuffizienz), Kammerflimmern, Kammerflattern
Therapie:
Es gelten die gleichen Prinzipien der Behandlung wie bei einer chronischen Polyarthritis beim Erwachsenen.
1. Physikalische Therapie
- Kältekammer, Dampf- und Eistherapie vor allem bei Patienten mit akuten Entzündungszeichen (Schub), sonst
- Wärme wie: Fango, Pelose, Rotlicht,
2. Physiotherapie
- Mobilisationstechniken z.B. aus der manuellen Therapie, Funktionellen Bewegungslehre
- peutische Übungen zu Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit
- Ergußresorbtion mit manueller Lymphdrainage, Hochlagern, Punktion
3. Medikamente
- nicht steroidale Antirheumatika ( ohne Cortison ), Penicillin, Aspirin
4. Operation
- Synovektomie
- Umstellungsosteotomie
- Prothesen
- Arthodesen