Die Energie, die wir täglich verbrauchen, müssen wir über unsere Nahrung aufnehmen. Als energieliefernde Nährstoffe stehen uns hier Kohlenhydrate (KH), Eiweiß (EW) und Fette zur Verfügung, aber auch Alkohol enthält nicht gerade wenig Energie ... Natürlich ist dies aber nicht der Energieträger der Wahl!
|
Zusätzlicher Energieverbrauch bei unterschiedlichen Sportarten
|
|
Ausdauersport
(z.B. Mittel- u. Langstreckenlauf)
|
400 700 [kcal / Std.]
|
|
Kraftausdauersport
(z.B. Radsport)
|
500 800 [kcal / Std.]
|
|
Spielsport
(z.B. Fußball)
|
350 600 [kcal / Std.]
|
|
Schnellkraftsport
(z.B. Leichtathletik)
|
300 420 [kcal / Std.]
|
|
Kampfsport
(z.B. Boxen)
|
300 420 [kcal / Std.]
|
|
Kraftsport
(z.B. Gewichtheben)
|
250 400 [kcal / Std.]
|
|
Aufteilung der Energieträger
50 60% KH 25 30% Fett 15 20% Eiweiß
|
... eine Reise in die „Geheimnisse“ unseres Energiestoffwechsels
Unser Stoffwechsel ist eine komplizierter „Motor“, der je nach Beanspruchung unterschiedliche Brennstoffe nutzen kann. Als wichtige Energielieferanten stehen ihm Kohlenhydrate und Fette und in bestimmten Situationen auch Eiweiß zur Verfügung. Dies sind gleichzeitig die Hauptnährstoffe unserer Nahrung.
Für die optimale Nutzung unserer Energie und damit verbunden für eine maximale Leistungsfähigkeit sind deshalb eine richtige Ernährung und ein gezieltes Training wichtig
|
Kohlenhydrate
|
Fette
|
- ökonomischer Brennstoff für unsere Muskulatur
- wichtiger Brennstoff für unser Gehirn
- einziger Brennstoff unserer roten Blutkörperchen
- als Glykogen in Muskulatur und Leber gespeichert
- Glykogenspeicher begrenzt: 300-750g =ca. 1200 3000 kcal
- reichen für 60-90 min Belastung
- 1g KH liefert 4 kcal
- werden aerob* doppelt so schnell freigesetzt wie Fette => kurzfristige Energie
- benötigen weniger Sauerstoff zur Verbrennung =>je höher die Intensität (VO2max** > 70%) desto größer der Anteil an der Energiebereitstellung
- liefern pro Liter Sauerstoff ca. 9% mehr Energie als Fett
|
- Langzeitbrennstoff unserer Muskulatur
- für Hungerzeiten überlebenswichtig, versorgen dann auch unser Gehirn
- als Triglyceride im Fettgewebe gespeichert
- Speicher nahezu unbegrenzt (bei 75 kg Durchschnitt. Mann: 50 000 kcal)
- reichen für mehrere Stunden
- 1g Fett liefert 9 kcal => langfristige Energie
- benötigen viel Sauerstoff =>werden nur bei niedrieger Intensität (VO2max** < 70%) bzw. abhängig vom Trainingszustand verbrannt
|
*aerob: mit Sauerstoff
**VO2max: maximale Sauerstoffaufnahmekapazität
Beide Brennstoffe ergänzen sich in unserem Energiestoffwechsel
Fazit: Wir verbrauchen immer Kohlenhydrate, egal wieviel Fett wir gespeichert haben! Deshalb sind Kohlenhydrate im Alltag, aber besonders auch vor während und nach dem Training so wichtig.
Welche Rolle spielt Eiweiß im „Energiezirkus“?
Eiweiß ist ein wichtiger Baustoff in unserem Körper. Es gibt keine richtigen Speicher, wie bei Kohlenhydraten oder Fett. Vielmehr sind Muskulatur und Leber, aber auch Eiweißbestandteile des Blutes Eiweißträger. Eiweiß trägt nur in einem sehr geringen Umfang zur Energiebereitstellung bei. Bei langen Belastungen können aber 5-15% Eiweiß in Form von Aminosäuren (besonders Valin, Leucin, Isoleucin) verbrannt werden, vor allem dann, wenn nicht genügend Kohlenhydrate zur Verfügung stehen. Der Körper aus Eiweiß Kohlenhydrate bilden. Dies kann aber im Extremfall auf Kosten unserer Eiweißträger gehen und mindert so unsere Leistungsfähigkeit und unser Immunsystem. Durch Beanspruchung der Muskulatur geht auch immer Eiweiß verloren: zum Teil wird es verbrannt, zum Teil wird es bei Muskelkontraktionen zerstört.
Kohlenhydrate dienen als wichtigster und ökonomischster Energielieferant unseres Körpers. Insbesondere die roten Blutzellen, aber auch das Gehirn bzw. Nervensystem verbrennen unter normalen Bedingungen ausschließlich Kohlenhydrate. Auch die Muskulatur nutzt diesen Energieleiferanten, ist aber gleichzeitig auch befähigt, Fette umzusetzen. Kohlenhydrate sind aus einzelnen Zuckerbausteinen aufgebaut und werden nach Art und Anzahl der Bausteine unterschieden und benannt:

Was passiert, wenn Kohlenhydrate ins Blut gelangen?
Kohlenhydrate werden im Darm zu Einfachzuckern abgebaut und gelangen dann ins Blut. Die größte Bedeutung spielt hier die Glucose (Traubenzucker), die für uns der wichtigste Einfachzucker ist. Auch komplexe Kohlenhydrate werden im Verdauungsprozess bis zum Baustein Glucose abgebaut. Durch Glucose kommt es zum Anstieg des Blutzuckerspiegels. Da unser Körper bestrebt ist, den Blutzuckerspiegel in engen Grenzen konstant zu halten, muss die Glucose möglichst schnell aus dem Blut in die Zellen aufgenommen werden. Deshalb kommt es zur Ausschüttung des Hormons Insulin. Insulin „entfernt„ sozusagen die Glucose aus dem Blut, indem es die Aufnahme in die Muskulatur und auch in das Fettgewebe stimuliert.
Viel Glucose -> Viel Insulin -> Gefahr einer schnellen Unterzuckerung
In Ruhe und vor Belastungsbeginn sollte diese Gefahr bedacht werden, da sie oftmals mit einem akuten Leistungsabfall verbunden ist. Dies spielt allerdings unter Belastungsbedingungen eine untergeordnete Rolle, da es hier zu komplexeren hormonellen Reaktionen kommt (z.B. Streßhormonausschüttung), die dieser Situation entgegen wirken.
Eine hohe Glucosezufuhr,
z.B. in Form von Traubenzucker
ist vor Belastungsbeginn nicht ratsam!
Fructose (Fruchtzucker) trägt dagegen nur in geringem Umfang zur Erhöhung des Blutzuckerspiegels bei und wird deshalb insulinunabhängig verstoffwechselt. Sie wird auch langsamer ins Blut aufgenommen als Glucose. Im Gemisch mit Glucose vermindert Fructose sozusagen die Isulinreaktion und beugt so einem schnellen Abfall des Blutzuckerspiegels vor. Größere Fructosemengen (mehr als 50 g pro Portion) können allerdings auch abführende Wirkung haben ...
Wie schnell gelangen Kohlenhydrate ins Blut?
Für die Geschwindigkeit, mit der Kohlenhydrate aus dem Darm ins Blut gelangen, ist nicht die Länge der Kohlenhydratkette verantwortlich (denn diese ist schnell zerlegt), sondern die Begleitstoffe im Nahrungsmittel, wie Ballaststoffe, Fett und Eiweiß. Sie bestimmen die Verweildauer der Speisen im Magen und so auch die Aufnahme ins Blut.
Gewichtsreduktion - Mythos Fettverbrennung
Eine optimale Fettverbrennung spielt eine wesentliche Rolle beim Thema Gewichtsreduktion. Aber wie geht es dem Fett und damit den Pfunden denn nun an den sprichwörtlichen Kragen? Eine Kombination aus gesunder und fettarmer Ernährung und regelmäßigem Training ist ein sinnvoller Ansatz. Im Training können wir die Fähigkeit unseres Körpers, Fett zu verbrennen, durch regelmäßige langsame und lange Läufe verbessern. Entscheidend ist hier, dass wir bei geringen Belastungsintensitäten genügend Sauerstoff für die Verstoffwechselung von Fetten aufnehmen können. Da die Fettverbrennung erst mit der Zeit so richtig auf Touren kommt, sind es die berühmtem langen Läufe, die erst so richtig am Fett zehren. Weil wir auf diese Weise unseren Körper in die Lage versetzen, Fett leichter verbrennen zu können, nutzt uns das sowohl beim Marathon als auch im Alltag und natürlich, wenn es eben besonders darum geht, Fett zu verlieren: bei einer Gewichtsreduktion.
Denn hier sollte eine Reduzierung des Körperfettanteils immer im Vordergrund stehen und das geht nicht von heute auf morgen. Das wichtigste bei einer sinnvollen und langfristigen Gewichtsabnahme ist deshalb Geduld. Viele Diäten werben mit dem schnellen Schwinden der Pfunde, zum Teil ist von mehreren Kilos innerhalb weniger Tage die Rede. Doch was geht da tatsächlich verloren? Leider entfällt bei diesen „Crash-Diäten“ der Bärenanteil auf Wasserverluste und die sind danach schnell wieder drauf. Das Fett dagegen schwindet langsam, realistisch sind 0,5 1 kg pro Woche.
Gerade für alle, die sportlich aktiv sind, ist neben dem obligatorischen Blick auf die Waage auch immer noch die Frage nach der Passform der Kleidung wichtig. Sie fragen sich warum? Nun, die Zahl auf der Waage sagt uns nicht alles .... denn hier erscheint beim klassischen Modell „nur“ das absolute Körpergewicht, nicht differenziert in Fett-, Muskel- und Wasseranteil. Doch das ist entscheidend, denn durch Training kommt es parallel zum Fettabbau zu einem mehr oder minder ausgeprägten Muskelaufbau. Muskulatur hat nun ein geringeres Volumen als Fett, wiegt aber schwerer. So kann es sein, daß die äußere Form des Körpers gestrafft erscheint, besagte Kleidung wieder besser passt und trotzdem die Waage bei dem vermeidlich höheren Gewicht verharrt ... deshalb sollte der Blick auf die Waage nicht das einzig entscheidende Kriterium für den Erfolg einer Gewichtsabnahme sein...
Diäten & Jojo-Effekte ...
Wenn wir unsere tägliche Energieaufnahme zu stark einschränken, z.B. weniger als 1000 Kalorien am Tag aufnehmen, dann schaltet unser Körper sprichwörtlich auf Sparflamme. Er drosselt seinen Energieverbrauch. Ohne diese Anpassungsfähigkeit unseres Stoffwechsels würden wir keine Hungersnot überstehen. Was einerseits unsere Überlebenschancen in Notzeiten verbessert, erschwert uns andererseits eine Gewichtsreduktion. Parallel ist unser Körper gerade nach Nahrungsentzug auf Speicherung programmiert, denn es könnte ja bald die nächste „schlechte Zeit“ kommen für die es vorzusorgen gilt ... Wir nehmen schnell wieder zu. Und schon sind wir mittendrin im Diäten-Teufelskreis. Denn was wir uns unter großer Einschränkung mühevoll „abgehungert“ haben, ist schneller wieder drauf, als wir es glauben wollen und was folgt ... die zweite, dritte usw. Diät ...Und wir wandeln schon lange auf dem Holzweg! Was sollten wir also tun? Ernährungsumstellung & Sport statt Diät ...
Eine „Diät“ ist meist nur eine kurzfristige Lösung, bringt aber höchst selten einen wirklich langfristigen Erfolg. Ernährung ist Gewohnheit und schnell fällt man in alte Gewohnheiten zurück. Deshalb kann eine langfristige Gewichtsabnahme und stabilisierung nur durch eine gezielte Ernährungsumstellung und eine aktive Lebensweise erreicht werden ... Regelmäßiges Training steht hier ganz oben! In Sachen Ernährung gilt: weg vom klassischen Kalorien zählen, sparen Sie bewusst beim Fett! Und hier vor allem an dem Fett, dass sich in tierischen Produkten, wie Fleisch, Wurst und Käse, aber auch in Süßigkeiten, Kuchen und Keksen „versteckt“.
Die Checkliste für Ihre Ernährungsumstellung:
- fettarm essen !!!
- tierische Fette einsparen, Fettgehalt von Fleisch, Wurst & Käse beachten: fettarme Wurstsorten: Putenbrust, Kochschinken, Lachsschinken fettarme Käsesorten: Harzer, Limburger, Käse bis 30% Fett in Trm
- pflanzliche Fette (Öle und Nüsse) in geringen Mengen bewusst essen z.B. 1 EL Öl pro Tag im Salat
- fettarm zubereiten: z.B. beschichtete Pfannen zum Braten verwenden
- reichlich komplexe Kohlenhydrate essen: ballaststoffreich (Vollkorn)
- Getreideprodukte (Brot, Nudeln, Reis, Müsli etc.) & Kartoffeln
- wenig Süßigkeiten
- viel Obst & Gemüse essen (ideal: 5 Portionen täglich, frisch oder tiefgekühlt)
- viel trinken (mind. 2 L/ Tag): Mineralwasser, Früchte- /Kräutertee, Saftschorle
- Lebensmittel mit hoher Nähstoffdichte bevorzugen (wenig Energie, viele Vitamine, Mineralstoffe & Spurenelemente)
... Und natürlich das Training nicht vergessen & „laufend Fett verbrennen“!
Warum ist Trinken so wichtig?
Unser Körper besteht zu ca. 60% aus Wasser. Ohne Nahrung können wir einige Wochen überleben, ohne Wasser nur wenige Tage! Beim Sport kommt man ganz schön ins Schwitzen! ...und das ist auch gut so, denn über den Schweiß regulieren wir unseren Wärmehaushalt, bewahren uns so vor dem Hitzekollaps. Aber es ist sehr wichtig, den Wasserverlust schon während der Belastung auszugleichen und natürlich auch im Alltag auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten!
Wassermangel beeinträchtigt dramatisch unsere Leistungsfähigkeit
|
Wassermangel
führt zu
Durchblutungsstörung
führt zu
Verminderter Nährstoff- und Sauerstofftransport
führt zu
Muskelschwäche, -krämpfe, Hitzestau
führt zu
Leistungsabfall, Kollaps
|
Symptome bei Wassermangel
|
1 5% des Körpergewichtes
|
6 10% des Körpergwichtes
|
11 20% des Körpergewichtes
|
|
Durst
Einschränkung der Bewegungen
Müdigkeit
Schwäche
Übelkeit
|
Schwindelgefühl
Kopfschmerzen
Atemnot
Vermindertes Blutvolumen
Gehunfähigkeit
|
Krämpfe
Delirium
|
|
1 5% des Körpergewichtes
|
6 10% des Körpergwichtes
|
|
Durst
Einschränkung der Bewegungen
Müdigkeit
Schwäche
Übelkeit
|
Schwindelgefühl
Kopfschmerzen
Atemnot
Vermindertes Blutvolumen
Gehunfähigkeit
|
|
Nie warten bis der Durst kommt unser Durstgefühl kommt meist zu spät!
|
|
Entnommen dem Sportlexikon des SCC Berlin-Marathon
|
|
|