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Die zentrale Achse des menschlichen Skeletts ist Grundlage für den aufrechten Gang. Sie besteht aus 24 Bausteinen - den Wirbelknochen - die durch Bandscheiben, Wirbelgelenke, Bänder und Muskeln miteinander verbunden sind. Die Bandscheiben trennen die Wirbel und wirken als Puffer bei Stößen und Belastungen. Die Wirbelsäule bildet einen schützenden Panzer für das Rückenmark sowie für die im Rückenmarkskanal verlaufenden Nervenbündel. An deren Austrittstellen können durch Bandscheibenschäden Nerven eingeklemmt und gereizt werden. Die Folge sind heftige Schmerzen, die bis zu den Zehen reichen können. Informieren Sie sich daher in der Rückenschule über wirbelsäulengerechtes Verhalten, um Ihren Rücken zu stärken und Schmerzen zu vermeiden.

Akute Rückenschmerzen sind häufig die Folge von Verschleißerscheinungen. Schon ab dem Alter von 20 bis 25 Jahren belasten einseitige Haltungen wie langes Stehen und Sitzen die Wirbelsäule so sehr, dass es zu Rückenschmerzen kommt. Die konkreten Ursachen sind allerdings schwierig festzustellen. Beispielsweise können Schmerzen auf muskuläre Verspannungen, auf Nervenreizungen oder einen Bandscheibenschaden zurückgeführt werden. Manchmal sind es auch seelische Anspannungen, die "auf den Schultern lasten" und zu Schmerzen führen. Eine genaue Diagnose kann nur der Arzt stellen. Bei starken Schmerzen über mehrere Stunden sollten Sie auf jeden Fall Ihren Arzt aufsuchen.

Ursachen können sein:

  •  Bandscheibenschaden oder Bandscheibenvorfall
  •  Wirbelsäulenverkrümmung oder andere angeborene organische Schäden
  •  Fehlhaltungen und einseitige Belastungen mit nachfolgenden Muskelverspannungen
  •  organische Wirbelsäulenerkrankungen, z. B. Schleudertrauma nach Unfall
  •  Seelische Belastungen
  •  Verrenkungen der kleinen Wirbelgelenke, z. B. durch plötzliche Bewegungen

Akute, blitzartig auftretende Schmerzen ("Hexenschuss") werden meist durch die Verlagerung einer Bandscheibe ausgelöst. Dabei reißt der äußere Faserring der Bandscheibe (z. B. durch falsches Heben schwerer Gegenstände) und der Gallertkern quillt vor. Er drückt auf die Nervenwurzeln, die aus dem Rückmark hervortreten. Dies verursacht heftige Schmerzen, die zum Teil in Gesäß und Bein ausstrahlen. Treten Muskelschwäche oder Lähmungen in den Beinen oder Gefühlsstörungen an der Haut der Beine auf, ist der Druck auf die Nervenwurzel so stark, dass der betreffende Nerv bereits in seiner Funktion geschädigt ist. Damit die Schäden nicht dauerhaft bleiben, ist sofortige ärztliche Hilfe nötig.

Der Schmerz ist das Frühwarnsystem des Körpers. Er hilft, auf bedrohliche Veränderungen zu reagieren und Schäden zu begrenzen. Doch Schmerzen können ein Eigenleben entwickeln und chronisch werden. Zum Beispiel, wenn aufgrund von Fehlhaltungen, Angst oder Stress die Muskeln verspannen. Infolgedessen werden die Schmerzsensoren (Fühler des Nervensystems) im betreffenden Muskel, der Sehne oder den Gelenken aktiviert, und es kommt zum Schmerzempfinden. Die Nerven, die diesen Muskel versorgen, werden durch die ständige Verspannung zusätzlich erregt. Das führt durch einen unwillkürlichen Reflex zu einer weiteren Verstärkung der Muskelanspannung. Der Teufelskreis von Schmerz, Muskelverspannung und Nervendauererregung schließt sich. Der ursprüngliche Auslöser tritt gänzlich in den Hintergrund.

Bei plötzlichen Rückenschmerzen ist es wichtig, nicht überhastet zu reagieren. Ein typisches Beispiel für blitzartig auftretende Beschwerden ist der "Hexenschuß". Schon eine falsche Bewegung kann zur Verlagerung einer Bandscheibe führen. Wenn Sie also beim Vorneigen plötzlich Schmerzen im "Kreuz" verspüren, richten Sie sich nicht schnell auf. Versuchen Sie statt dessen, sofort Entlastung für Ihre Wirbelsäule zu bekommen. Stützen Sie sich mit einer oder beiden Händen ab und ziehen Sie den Bauch fest ein. Dann versuchen Sie möglichst, in die entlastende Stufenlagerung zu kommen. Nun atmen Sie ruhig durch und entspannen.

Gegen plötzliche Rückenschmerzen hilft oft eine Eismassage von 5 bis 10 Minuten. Nehmen Sie dafür einen mit gefrorenem Wasser gefüllten Joghurtbecher. Bedecken Sie das Eis mit einem dünnen Tuch und massieren Sie die Muskulatur im betroffenen Wirbelsäulenbereich 5 bis 7 Minuten. Direkt nach der Eismassage versuchen Sie, sich vorsichtig zu dehnen und zu strecken. Danach ruhen Sie sich wieder aus - am besten in der Stufenlagerung. Auch wenn die Schmerzen nachlassen, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Während im Akutfall zumeist eine rasche Kühlung ratsam ist, beschreiben chronische Rückenschmerzpatienten zumeist eine Wärmebehandlung als sehr wohltuend. Eine recht warme Dusche oder eine warmes Bad tragen ebenso wie Wärmekissen und manche Einreibungen dazu bei, die verkrampfte Muskulatur zu lockern und die Schmerzen zu lindern. Anschließend empfiehlt sich eine lockere Rückenmassage sowie die erneute Stufenlagerung zur Entlastung.

Durch gezieltes Training, kontrollierte Körperhaltung und richtiges Verhalten im Alltag können Rückenprobleme frühzeitig vermieden oder gelindert werden. Denn neben dem altersbedingten Verschleiß sind vor allem ungünstige Körperhaltungen sowie stark rückenbelastende Bewegungen der Auslöser von Rückenschmerzen.

Bewegung hält fit und schützt vor frühzeitigem Verschleiß. Der häufige Wechsel zwischen Bewegung und Ruhe trägt zur ausreichenden Ernährung des Gewebes bei und fördert die Ausscheidung von Schlackestoffen. Besonders Bandscheiben und Gelenkknorpel sind auf den ständigen Wechsel von Be- und Entlastung angewiesen. Durch eine häufige Veränderung der Körperhaltung, z. B. Aufstehen während der Büroarbeit, beugen Sie der vorzeitigen Alterung Ihrer Wirbelsäule vor und fördern den Aufbau von Muskel- und Knochenmasse.

Unser Rücken fühlt sich am wohlsten, wenn er gerade gehalten wird. Dies gilt besonders unter Belastungen. Eine gut ausgebildete Rumpf-, speziell Bauchmuskulatur erleichert die richtige Rückenhaltung. Auch bei unvermeidlichen Arbeiten am Boden sollten Sie sich bemühen, die physiologische Krümmung der Wirbelsäule beizubehalten. Schlechte Haltung bewirkt eine Verstärkung des Hohl-Rundrückens. Dadurch verkürzt sich die Wirbelsäule und es kann schon frühzeitig zur Ausbildung eines Buckels kommen.

Das Bücken mit gekrümmtem Rücken nimmt uns die Wirbelsäule auf die Dauer sehr übel. Besser ist ein Bücken, bei dem Sie durch "leichtes In-die-Hocke-Gehen" eine gerade und damit schonende Rückenhaltung bewahren. Sie werden feststellen, dass beim richtigen Bücken die Hauptbelastung auf den Beinen liegt.

Bereits das Heben leichterer Gegenstände führt zu einer Belastung der Bandscheiben im unteren Wirbelsäulenbereich. Wer bereits einen Bandscheibenschaden hat oder an dauernden Rückenbeschwerden leidet, sollte daher überhaupt keine schweren Lasten tragen. Ist das Heben von Lasten unvermeidlich, sollte das Gewicht so körpernah wie möglich angehoben werden. Schon die richtige Ausgangsposition - mit breit gegrätschten Beinen unmittelbar vor dem zu hebenden Gegenstand - ist entscheidend für rückenschonende Bewegung in jeder Situation.

Verteilen Sie Lasten möglichst gleichmäßig. Nehmen Sie lieber zwei kleine Koffer als einen großen, benutzen Sie zum Einkaufen lieber zwei Taschen und tragen Sie diese beidseits. Sie erreichen dadurch eine gerade Haltung im Schulterbereich und schonen Ihre Wirbelsäule und Bandscheiben. Auch ein Rucksack ist eine gute Möglichkeit, Lasten möglichst schonend für die Wirbelsäule zu tragen.

Die meiste Zeit des Tages verbringen wir überwiegend im Sitzen, sei es am Arbeitsplatz, im Auto, zu Hause oder die Jüngeren in der Schule. Achten Sie darum auf rückenschonendes und entspanntes Sitzen. Das erzielen Sie bei Beachtung folgender 3 Punkte:

1. Den Rücken anlehnen,

2. Knie möglichst höher als die Hüfte halten,

3. Arme zum Abstützen benutzen.

Gestreckte Beine sind während langen Stehens Gift für die Wirbelsäule, weil man dadurch in eine Hohlkreuzhaltung fällt. Stehen Sie deshalb locker. Nutzen Sie jede Möglichkeit, sich anzulehnen, denn dadurch nehmen Sie das Gewicht des Oberkörpers weg und entlasten die Lendenwirbelsäule. Günstig ist der so genannte Thekenstand, bei dem ein Fuß auf eine leicht erhöhte Unterlage gestellt wird. Das ermöglicht entspanntes Stehen bei gleichzeitiger Entlastung der Wirbelsäule. Auch richtiges Schuhwerk mit flachen Absätzen entlastet die Wirbelsäule.

Die günstigste Liegeposition ist diejenige, die die natürlichen Krümmungen der Wirbelsäule unterstützt und gleichzeitig den Rücken möglichst gerade hält. In der Rückenlage erreichen Sie diese entspannte Stellung am ehesten, wenn Sie sich eine zusammengerollte Decke oder ein Kissen unter die Knie legen. In der Seitenlage begünstigt ein zwischen die Beine genommenes Kissen oder eine Decke die Geradehaltung der Wirbelsäule. Die Bauchlage ist für den Rücken ungünstig.

Sinnvolle sportliche Betätigung ist gerade für Menschen mit Rückenbeschwerden sehr empfehlenswert. Denn jede Art von Bewegung fördert die Ernährung der Bandscheiben und kräftigt Muskeln, Sehnen und Bänder. Speziell die Rücken- und Bauchmuskulatur geben der Wirbelsäule Halt und balancieren sie in optimaler Stellung aus. Beispielsweise beim Kraul- oder Rückenschwimmen wird der ganze Rücken gestreckt und abwechselnd be- und entlastet. Auch Joggen, Radfahren und Skilanglauf sind ein gutes Training für die Muskulatur und stärken Herz und Kreislauf. Aber Sport und Gymnastik sollten wirbelsäulengerecht und unter Beachtung der Regeln der Rückenschule betrieben werden.

Eine gezielte Wirbelsäulengymnastik sollte genauso zum Alltag eines jeden Menschen gehören wie das tägliche Zähneputzen. Aber Vorsicht! Achten Sie auf die richtigen Übungen und wirbelsäulengerechte Durchführung. Falsche Übungen sind wahre Bandscheibenkiller. Gut geeignet sind Übungen aus einer Entlastungshaltung, z. B. aus der Stufenlagerung oder auf einem Schrägbrett. Wichtig dabei ist, dass die Beine angewinkelt und somit in den Knien gebeugt werden. Bevor Sie sich ein tägliches Übungsprogramm zusammenstellen, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Arzt darüber sprechen.

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